Bolheimer Impulse – Jede Woche mit Wort und Bild

Immer wieder in diesen Tagen sehe ich Plakate mit einem bunten Regenbogen. Gemalt von Kindern und ihren Eltern, befestigt am Balkongeländer oder ins Fenster gehängt. In Italien machen sie das, in Deutschland und bestimmt noch in manch anderen Ländern.
Mich erinnern diese Bilder an die Geschichte in der Bibel, in der Gott einen Regenbogen aufleuchten ließ. Es ist die Geschichte von der Arche Noah und der Sintflut (1. Mose 6-9)
In der Bibel steht der Regenbogen für Gottes Treue. Er erinnert uns an den Bund, den Gott nach der Sintflut mit allem, was lebt, schloss. Und er sagte: „Den Regenbogen gebe ich euch Menschen als Zeichen dafür, dass ich nie wieder so zerstören will, wie ich es mit der Sintflut getan habe. Ich will euch Leben ermöglichen, auch wenn ihr auf der Erde böses tut, Fehler macht, schuldig werdet aneinander und an mir. Und ich halte mein Versprechen. Der Regenbogen, er ist ein Zeichen meiner Treue und meiner Nähe zu Euch.“
Hält Gott, was er verspricht? Dass er bei uns ist? Dass er uns behütet? Wo ist er gerade jetzt, in diesen Wochen, in denen das Corona-Virus die ganze Welt und das Leben eines jeden Einzelnen umkrempelt und Menschen erkranken, gar sterben? Hat Gott seine Versprechen vergessen, ist er anders beschäftigt?
Wir sehen auf der Erde den Regenbogen als Halbkreis, oder vielleicht auch nur als Viertelskreis. Ist Gott auch nur so halb treu und zuverlässig? So halbwegs? Ab und an?
Was ich unglaublich spannend finde: Von oben, aus dem Flugzeug betrachtet, ist ein Regenbogen kein Halbkreis, sondern ein ganzer, geschlossener Kreis. Woher ich das weiß? Gesehen hab ich’s noch nie, ich hab davon gelesen. Und weil ich es nicht so recht glauben konnte, habe ich mich vor ein paar Jahren im Sommer einmal hingestellt und mit dem Gartenschlauch versucht, einen Regenbogen zu erzeugen. Es dauerte etwas, bis ich den Schlauch in der richtigen Position hatte. Und tatsächlich: da war der Regenbogenhalbkreis von oben betrachtet ein ganzer geschlossener Kreis.
Gottes Treue und seine Versprechen: Rund und zuverlässig. Kommt mir Gottes Treue auch nur halb vor oder nicht mal das, er steht zu seinem Wort. Er hält, was er verspricht: „Ich halte dich, du kannst niemals tiefer fallen als in meine Hand. Niemand wird dich aus meiner Hand reißen (Johannes 10,28).“

Du, Gott, bist meine Zuflucht und Stärke,
du bist meine Hilfe in Not.
Du bist meine Kraft, wenn ich schwach bin,
du bist mein Herr und mein Gott.

Du bist hier, auch wenn ich dich nicht spüre,
du bist treu, wenn ich untreu bin.
Du verstehst meine tiefsten Gefühle,
du liebst mich so, wie ich bin.

(Albert Frey)

 

Hanna Wißmann